[Montevideo] Rock and Roll

Veröffentlicht: 8 Januar, 2013 in allgemein
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Die Ueberfahrt mit dem Schiff war voellig ereignislos. Die Faehre hatte kein Sonnendeck und man musste wie in einem Flieger in unbequemen Sitzmoebeln hocken. Am Ankunftsort wurde ich von meinen Couchsurfing-Gastgebern fuer die ersten beiden Tage empfangen. Bruno und sein Kumpel Dario waren beide angemessen mit ihren schrottigen Fahrraedern da, sie kamen gerade von der Aufnahme ihrer Radio-Sendung und brauchten erstmal ein Bier. Die beiden sind 1A Experten der suedamerikanischen Punk-Szene. Es war schwer mit dem Redeschwall mitzuhalten aber imerhin schnappe ich einige interessante Bandnamen auf, die es zu recherchieren gilt. In Brunos winziger Wohnung begruesste uns La Muerte, die Katze des Hauses (bei mir kamen ungute Erinnerungen an Estéban in Buenos Aires auf). Meine arme Luftmatraze – bitte nicht noch einmal. Bruno erzaehlte mir die herzerweichende Geschichte des schoenen Tieres.

Er fand die Katze in der Gosse, halb verhungert mit einem gebrochenen Bein und vielen Stellen, die auf eine Misshandlung hindeuteten. Eigentlich mag Bruno keine Katzen aber er packte sie ein und trug sie zum Tierarzt. Der winkte gleich ab und sagte, dass die Katze die Nacht eh nicht ueberleben wuerde. Bruno bestand trotzdem auf die Behandlung und nannte die Katze einfach schnell La Muerte (Das waere im Deutschen: Der Tod). Seine bestechende Logik: Der Tod kann nicht sterben. Und siehe da, die Katze erfreut sich bester Gesundheit und ist gleichzeitig so menschenscheu, dass sie keinem auf den Zeiger geht. Auch meiner Luftmatratze kam sie nicht nahe.

Spaeter gab es Bier und Musik an der Flusskante und da der Sonntag in Uruguay traditionell der Familie und den Freunden gehoert lud Bruno gleich noch die ganze Bande fuer den naechsten Tag zum Empanada-Kochen und Rockmusik-Hoeren ein. Am Sonntag kamen dann allerlei Leute an, die ganz weit vorne an der Rock´n´Roll-Front leben. Weiterhin stellte ich fest, dass Fernet-Cola sich auch hier grosser Beliebtheit erfreut.
Spaeter war dann eine Mueckeninvasion, von der die Einheimischen erzaehlten, dass es noch nie so schlimm war. Mein graues T-Shirt war schwarz vor lauter Muecken. Komischerweise hinterlassen die Stiche von denen bei mir keine Beulen auf der Pelle. Das Glueck hatten die anderen groesstenteils nicht.
Am Abend gabs dann noch Fussball auf dem Spielplatz und heute tut mir alles weh. Schoen war´s und mein MP3-Player fuellt sich langsam mit neuem Material. Ich bin immer wieder erstaunt, was hier im Sueden so musikalisch am Laufen ist und wovon nie etwas bei uns ankommt. Zum Beispiel hier (das ist schon sehr alt):

Aber ich schwafele unbedeutenden Kram. Eigentlich wolltet Ihr doch sicher die Fotos von Buenos Aires sehen. Hier sind sie:

Puerto Madero - die Hafen City von Buenos Aires

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Stadtviertel San Telmo. Wunderbare Haeuser

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MArkthalle von San Telmo. Alle im Urlaub, kein Gedraenge und Platz zum Fotografieren

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Evita Peron ist nach wie vor allgegenwaertig und wird verehrt

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keine Stadt ohne Obelisk. Montevideo hat auch einen, nur nicht so gross

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Wachabloesung in der Kathedrale am Grab von General San Martin

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In der Kathedrale

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Institut der Ingenieurswissenschaften. Man zeigt Praesenz und veranschaulicht deutlich das Motto des Maschinenbaus: Masse ist durch nichts zu ersetzen.

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Im Institut der Ingenieurswissenschaften

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Ich am Rio de la Plata. Aufgrund von Falscheinschaetzung der Vegetation trug ich einen fetten Sonnenbrand davon.

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El Congreso

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Friedhofsmauer in Recoletta. Man scheint Angst vor Zombies zu haben. Ueber diese Mauer kommt nichts drueber

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Netter Versuch aber in London sehen die Dinger anders aus

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Kirche am Friedhof zu Recoletta

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Estéban

Estéban

Vier Loecher zur Reparatur. Danke Estéban

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