Mit ‘Equipment’ getaggte Beiträge

[Machagai] Chaco-Querung, nichts los

Veröffentlicht: 10 Februar, 2013 in allgemein
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Nachdem ich schön einen Tag in Corrientes rumgehangen habe, bin ich jetzt auf den Chaco-Etappen. Hier ist nichts erwähnenswert. Links und rechts Pampa, Kühe Schafe, Pferde. Das einzig aufregende heute war die Kurve bei Kilometer 52. danach ging es nochmal 90 km geradeaus. Nur geradeaus. Das ist härter als es sich anhört und laut Karte wird es die nächste Kurve erst in weiteren 350km geben. Ich freue mich schon jetzt. Nicht mal plattgefahrene Viecher gibt es hier.

Aus entsprechenden Mangel an Themen kann ich ja mal eine kleine Abhandlung über die letzten Rückschläge erzählen.
Die Hotels in Corrientes sind ungeheuer preisintensiv bei absolut NULL Service. Bisher habe ich auf dieser Reise noch nirgends halb so viel Kohle gelassen wie hier. Aber dafür stand mit edding an der Klimaanlage „no funciona“, es gab kein Frühstück und von der Decke im Bad tropfte Wasser. Das Klo war auch undicht und die Bedienung der Dusche erforderte einen Maschinisten. Drei Wasserhähne, die einem U-Boot zur Ehre gereichen würden. „C“, „F“ und „Pfeil“. Und ich denke noch – ist ja einfach. „Caliente“, „Frio“ und „Umschalten zwischen Dusche und Hahn“.

Bedienkonzepte

Bedienkonzepte

Falsch. Eine Testreihe, die nur geringe Verbrühungen zur Folge hatte, brachte das Ergebnis :“Pfeil“ ist für Warmwasser, „F“ ist für Umschalt und „C“ ist für kaltes Wasser. Das Waschbecken hatte zwei Hähne. „C“ und „F“. „F“ ging gar nicht und „C“ war für kaltes Wasser. Wie schafft man das eigentlich, nichts, aber auch wirklich gar nichts auf die Reihe zu kriegen? Die Klospülung ließ den Drückknopf vermissen und man musste quasi in den Spülkasten greifen um den Wasserfluss zu iniziieren. 30 Euro pro Nacht. Saftladen. Aber die anderen Hotels waren noch teurer und genauso mies. Egal. Wenigstens gab es keine Kakerlaken über 3 cm Körpergröße.

Weitere Materialthemen:

Nun, das hier sind Desperdadores (Aufwecker) auf den Seitenstreifen der Pisten hier. Eigentlich sind sie für Traktoren oder ähnliche Gewichtsklassen ausgelegt. Ich nenne sie liebevoll Asphaltwürste.

Fahrraffeind Asphaltwurst

Fahrradfeind Asphaltwurst (mein neuer Kuli lässt auf die Größe schließen)

Sagen wir es mal so: wenn man nach 100 km nicht mehr ganz auf der Höhe der Aufmerksamkeit unterwegs ist und dann versehentlich über so ein Teil mit 30 drüber plättet dann ist man in der Tat wach, hat eine Tasche verloren und eine üble Schramme am Bein. Zum Glück bin ich nicht hingefallen. Natürlich, Murphy’s Law will es so, ist die Tasche mit dem Laptop über die Fahrbahn gekugelt. Der Rechner geht zwar noch aber Scharnier 1 zwischen Bildschirm und Tastatur ist endgültig kaputt gegangen (das hatte sich schon angedeutet). Außerdem hatte die Tasche ein Loch, weswegen ich den sechsten Flicken dieser Reise kleben musste. Zum Glück führe ich sicherheitshalber einen Magnetkompass mit, der auch auf der Südhalbkugel geht. Ohne den hätte ich wohl kaum über 9 Stunden den Druck auf dem Flicken mit Hilfe des Betts aufrecht erhalten können:

Tasche flicken

Tasche flicken

Dann leckt die Getriebenabe Öl in großem Stil. Aber der Hersteller gibt sich gelassen. Erst wenn sie sich nicht mehr dreht ist sie kaputt. Dass aber die Bremsscheibe dort auch gleich am Ölleck rotiert und der komplette Hinterbau unfassbar versifft aussieht, ist nicht das Problem dieser Jungs. Irgendwann ist auch kein Öl mehr drinne, dann behebt sich auch dieses Problem von selbst.

Einen Sommerhandschuh muss ich irgendwo verloren haben. Leider gibt es hier keinen Ersatz für meine Handgröße. Die Neopren-Winterhandschuhe gefüllt mit Wasser sind nicht unbedingt eine optimale Lösung, daher fahre ich jetzt ohne. Nach einem fetten Sonnenbrand geht es mittlerweile. Es stört nur, dass der Drehgriff der Gangschaltung mit verschwitzten Händen schlecht zu bedienen ist. Ich gebe dem Gummi noch 3 Wochen, dann werde ich improvisieren müssen.

Die Schaltbox für den Dynamo hat eine Notabschaltung bei Überhitzung. Die springt ab 12:30Uhr regelmäßig ein bei diesem Wetter. Das passiert halt, wenn ein Maschinenbauer sich an der Elektrik versucht. In den Anden sollte sich das Problem aber geben.

Ansonsten läuft der Kram pannenfrei. Die Entdeckung des Jahres bis jetzt ist die Connex Wippermann-Kette. Die tut was sie soll, dehnt sich nicht wie so eine teure Shimano-Kette und läuft seit fast 2000km mit der Schmierung ab Werk. Dort musste und muss ich noch keine Hand anlegen..

[Posadas] Unaufgeregt

Veröffentlicht: 3 Februar, 2013 in allgemein
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El primer parte de mi viaje por Sudamerica esta terminado. Llegué a Posadas en la provincia de Misiones despues de tres dias andando por Brasil. Visité las ciudades de Uruguaiana y Itaqui. Tuve unos problemas con el portugues pero al final era muy simple recorrer Brasil por la Ruta 472. El 30 de enero crucé la frontera a Argentina y me quedé un y medio dia en Santo Tomé. Todos los hoteles estaban llenas de gente por causa del carnaval (me dijieron) y tuve que acampar al lado del Rio Uruguay, dondo encontré unos chicos de Buenos Aires. Pasabamos mucho tiempo en la sombra intercambiando historias y tambien hicimos un asado con alguna gente de Santo Tomé. Mañana voy a las catarates de Iguazu en autobus.

Das erste und einfachste Stück der Reise ist geschafft. Ich bin ganz gut in Posadas angekommen und bei einem äußerst netten Couchsurfer untergekommen. Hier werde ich morgen mein Fahrrad zurück lassen und mit dem Bus weiter nach Norden zu den Wasserfällen von Iguazu reisen. Bereits jetzt habe ich 6000 Höhenmeter gesammelt – das war so nicht geplant. Hier sollte doch bisher alles flach sein. Seit dem letzten Artikel rollte ich drei relativ ereignislose Tage durch Brasilien, wo ich die beiden schicken Städte Uruguaiana und Itaqui kennenlernen durfte.Wer behauptet mit Spanischkenntnissen Portugiesisch verstehen zu können, lügt. Trotzdem bin ich einfach durchgekommen, auch wenn man mich vor den gefährlichen Brasilianern mehrfach warnte.

Alte Markthalle in Itaqui/Brasilien.

Alte Markthalle in Itaqui/Brasilien. Einst muss diese Stadt eine goldene Vergangenheit gehabt haben. Sie ist wunderschön und sehr baufällig.

Anschließend kehrte ich am 30.01. zurück nach Argentinien. In Santo Tomé wollte ich einen Ruhetag einlegen. Leider waren in der Stadt alle Hotels belegt, angeblich wegen Carnaval, und so musste ich mich für zwei Tage mit meinem Zelt am Flussufer des Rio Uruguay verkriechen. Es gibt einen Gratis-Zeltplatz, der gleichzeitig jeden Abend für die Stadtbevölkerung als Ruhe-Ort genutzt wird.
Auf dem Zeltplatz standen bereits drei Zelte rum. Dort wohnten Maxi, Fernando und Sebastian aus Buenos Aires bereits seit zwei Wochen. Die drei sparen sich im Winter Geld mit Nebenjobs an und reisen dann im Sommer durch ihr Heimatland. Zu ihnen gesellten sich lose weitere Typen aus Santo Tomé um am Abend den ein oder anderen Wein zu trinken und zu schnacken. Ich wurde gleich eingeladen und man brachte mir die wichtigsten Slang-Wörter im Spanischen bei. Rückblickend betrachtet war ich letztendlich froh, dass die Hotels voll waren denn das hat schon Spaß gemacht. Witzig war vor allem, dass Maxi sämtliche Toten-Hosen-Texte auswendig kannte und auch deren Bedeutung verstand. Allerdings wollte er mir nicht so recht erzählen, wie er sich die deutsche Sprache so weit näher gebracht hatte.
Abends wurde der Hut herum gereicht und jeder schmiss etwa 5 Euro rein. Davon gabs dann Asado. Asado ist vergleichbar mit unserem Grillen, nur dass die Fleischstücken auf dem Grill größer sind und nicht eingelegt werden. Der Asado-Meister (in diesem Falle Marco) salzt das Grillgut etwas und wenn es durch ist, zerstückelt er es in mundgerechte Happen und sammelt diese in einer Schüssel. Aus dieser Schüssel bedienen sich dann alle Assado-Teilnehmer. Geschmacklich liegen, aus irgend einem Grund, Welten zwischen dem Grillgut hier und dem in Deutschland. Ich weiß nicht so recht warum. Vielleicht weil das Fleisch vor dem Grillen nie eine Plastik-Verpackung gesehen hat. Nachher kam noch einer mit einem Fisch aus dem Fluss an. Der landete auch noch auf dem Grill. Perfekt.

Maestro de Asado de Santo Tomé / Corrientes (Assadomeister von Santo-Tomé)

Marco el gran maestro de asado de Santo Tomé / Corrientes (Marco der große Assadomeister von Santo-Tomé)

Camping Platz und Pferdekoppel in einem. Später kamen noch Kühe hinzu. Und diese $*&/!*-Hunde

Camping Platz und Pferdekoppel in einem. Später kamen noch Kühe hinzu. Und diese $*&/!*-Hunde

Diese Kollegen waren auch da

Diese Kollegen waren auch da

Leider hat am letzten Abend kurz vorm zu Bett gehen irgend so ein beschissener Hund an mein Zelt gepinkelt und noch leiderer hatte ich die Plane offen, so dass er so richtig schön das Innenzelt erwischen konnte. Das ist eigentlich nur ein Fliegengitter. Ich sage es mal so: das Kopfende meiner Matratze ist jetzt das Fussende. Das stank vielleicht. Zuerst dachte ich, da wäre ein totes Stinktier im Zelt. Zum Glück reise ich ohne zartbesaitete Reisebegleitung, die hier einen Anlass zu Diskussionen gesehen hätte. Mit 10 Litern Wasser und einer halben Flasche Duschbad war das Zelt vorläufig wieder bewohnbar und Fernando borgte mir zusätzlich einen Spraydose AXE. So konnte ich zumindest erst einmal schlafen, wenn auch ohne Schlafsack (der lag auf der Matte). Glücklicherweise war der Hauptteil des Equipments in den Fahrradtaschen.

Inzwischen habe ich die betroffenen Gegenstände mit Kernseife behandelt, die macht alles platt. Jetzt geht es wieder. So ein Ärger.

Terminé mi primera semana como ciclista en Sudamerica. Durante los 5 etapas en Uruguay pasé las ciudades de Florida, Durazno, Paysandu y Salto. Desgraciadamente toda la gente se fueron al este para disfrutar el mar. Todos las ciudades estan vacias, la mayoria de los museos esta cerrado y no hay nada para hacer. No encontré a ningun turista todavia.
En el museo de Paysandu las empleadas se aburrieron tanto que tuvieron el tiempo para explicar cada pedazo de la exposición. A mi me parece la historia de la barca Maria Madre la mas interessante. Por unos juegecitos judiciales la barca habia detenido en el puerto de Paysandu para 40 años. Ese texto contiene una foto del mascaron de proa original de la Maria Madre.

Was ist zu erzählen? Die erste Woche und auch das erste Land dieser Radfahr-Reise ist abgehakt. Es sind bereits etwa 570km geschafft und was im Höhenprofil so glatt und einfach aussah entpuppte sich direkt mal als einigermaßen unzutreffend. Dieses Land hat Hügel. Und nicht nur immer mal einen, nein. Es geht so gut wie nie glatt gerade aus. Entweder fährt man leicht bergan oder leicht bergab, das ändert sich etwa alle 200m. Eine Straße hier sieht typischerweise so aus:

Für den Betrachter unspektakulär, für den Radfahrer der Hass: Uruguayanische Hügelpiste

Für den Betrachter unspektakulär, für den Radfahrer der Hass: Uruguayanische Hügelpiste

Normalerweise sieht man vom Gipfel eines jeden Hügels die folgenden 3 Wellen bis zum Horizont. Die sind auch nicht mal groß: 20Höhenmeter hoch dann 8 runter wieder 3 hoch, 14 runter, 10 hoch, 30 runter usw. Dieses Spielchen über 120 km – herzlichen Dank. Man kommt auf keinen runden Tritt, die Rollphasen schlauchen mehr als das sie nutzen und nebenbei sind ja auch noch herzerwärmende 35 Grad. Am Tag sammeln sich auf diese Weise so zwischen 500 und 700 Anstiegs-Höhenmeter. Und vom Gegenwind erzähle ich jetzt mal noch gar nichts. Das einzige Mal, dass ich Rückenwind hatte, war an einer Stelle, an der ein überfahrener Skunk lag. Ich wollte ein Foto machen aber ich glaube ich hätte mich übergeben müssen. Dank des günstigen Windes hatte ich noch (ungelogen) einen Kilometer später das Vergnügen des olfaktorischen Totalschadens. Mein Gott hat das Vieh gestunken. Kurz gesagt, die Tour läuft super.

Zu den Städten unterwegs lässt sich nicht viel sagen. Sie sind alle ziemlich ausgestorben, weil die Bürger in den Osten zu Uruguays Atlantikküste aufgebrochen sind. Die meisten Museen haben daher geschlossen und die Restaurants machen erst gegen 21:00 auf (unschön, wenn man gegen 4 mit Hunger im Bauch ankommt). Aber ein paar Fotos habe ich dennoch:

Eines der Nationalgerichte: Chivito. Pommes Fleisch, Kochschinken, Schinken, Ei, Majonaise mit Salat, eine Olive (nicht abgebildet). Mir wurde versichert, dass das die Portion für eine Person wäre. Nicht zu schaffen

Eines der Nationalgerichte: Chivito. Pommes, Fleisch, Kochschinken, Bacon, Ei, Majonaise mit Salat, eine Olive (nicht abgebildet). Mir wurde versichert, dass das die Portion für eine Person wäre. Nicht zu schaffen

Historischer Friedhof von Paysandu. Damals wurde noch geklotzt beim Bau von Grabmälern. Das jüngste Grab ist von 1903

Historischer Friedhof von Paysandu. Damals wurde noch geklotzt beim Bau von Grabmälern. Das jüngste Grab ist von 1903

Hauptkirche von Paysandu. Auf dem Dach die uruguayanische Staatsflagge? Das habe ich noch nie gesehen. Dürfen die das? Was sagt der Papst dazu?

Hauptkirche von Paysandu. Auf dem Dach die uruguayanische Staatsflagge? Das habe ich noch nie gesehen. Dürfen die das? Was sagt der Papst dazu?

Die Museumsangestellten des historischen Museums von Paysandu waren so gelangweilt, dass sie mir jedes Ausstellungsstück erklärten. Das fand ich sehr nett. Am interssantesten war die Geschichte der 3-Mast-Bark Maria Madre, die unter italienischer Flagge zwischen Brasilien und Uruguay unterwegs war. Im Jahre 1903 gab es ein kleines gerichtliches Scharmützel wegen der Ausfuhr von Leder. Das Schiff wurde im Hafen von Paysandu festgesetzt – bis zur Klärung. Die trat dann 1936 ein. Zu diesem Zeitpunkt fand sich aber der Club der Freunde der Stadt ein und war der Ansicht, dass das Schiff jetzt zur Stadt gehöre (Wahrzeichen und so). Das Schiff wurde weiterhin festgestzt – bis das geklärt werden konnte. 1943 war es dann so weit, der Seelenverkäufer wurde an eine brasilianische Reederei verkauft. Er war nur schon dermaßen zerfressen, dass die Neptunwerft von Paysandu sich noch schnell eine goldene Nase verdienen konnte. Ende 1943, nach 40 Jahren an der Kette durfte das Schiff wieder los. Es sank 1953 im Rio Grande do Sul/Brasilien. Hier ist ein Foto der Galionsfigur, die man nachher aus dem Schlick geholt hatte:

Galionsfigur der Maria Madre

Galionsfigur der Maria Madre

Schreiten wir zur Materialkritik:

  1. Fahrrad: hält. Der Rahmen verfärbt sich stellenweise orange. Keine Ahnung warum. Ist es die Sonne oder der Regen, der heute fiel? Ich beobachte das weiter
  2. Rucksack, den ich in Buenos Aires gekauft hatte: Henkel ab, ein Träger ab, 2 von 3 Reisverschlüssen kaputt, Stoff löst sich auf. Habe das Drecksding weg geschmissen
  3. Kugelschreiber (Werbegeschenk von Barthel Armaturen, den ich bei einer Tombola gewonnen hatte): Es machte Zoinggggg und das Teil hatte sich in 4 Teile zerlegt. Anbei ein Foto. Ich habe eine ortsübliche Spinne daneben platziert, damit Ihr in etwa seht, welche Maße der Kuli hatte:

    Kugelschreiber + Vogelspinne

    Kugelschreiber + Vogelspinne