Mit ‘Fahrrad’ getaggte Beiträge

[Cochabamba] Gesteinigt

Veröffentlicht: 17 März, 2013 in allgemein
Schlagwörter:, , , ,

Durante el segundo parte del trayecto entre Sucre y Cochabamba tuve que andar por una ruta empiedrada. Ese tipo de calzada es el mas duro para cyclistas. Para los 75 kilometros nesicité unos 12 horas a una velocidad de menos que 5 km/h. Me casi volví loco.
Cochabamba es una ciudad muy alegre con pocas opciones turisticas. El museo estaba cerado pero si visité el Cristo dela Concordia, un monumento de Jesus como el de Rio de Janeiro. Pero el de Cochabamba es mas alto.

Vergesst Rio de Janeiro. Wer eine große Jesus-Statue sehen möchte muss nach Cochabamba kommen. Oberhalb der Stadt auf einem Hügel steht er und schaut auf das bunte Treiben. Als Vorbild diente zwar der Jesus aus Rio aber es wurden hier noch einmal 4 Meter drauf gelegt. Für die allergrößte Statue des angeblichen Erlösers muss man allerdings nach Polen in den Ort Świebodzin. Dort steht ein 36m hoher Jesus in der Landschaft (Quellen: hier, hier und hier)

Cristo de la Concordia - Cochabamba

Cristo de la Concordia – Cochabamba

Wo wir gerade von Jesus und seinem Verein reden, auch hier ist es den Medien nicht entgangen, dass die einen neuen Chef haben. Heute las ich einen längeren Artikel über die Neuausrichtung der Firma als ich beim Friseur wartete.
Es werden hier hohe Erwartungen an den Papst Franz geknüpft, dass die südamerikanische Kirche zu einer neuen Blüte kommt und dass sie Europa remissionieren werde. Schießlich laufen seit Jahren die Fans zu anderen Vereinen ab. Sollte das wirklich so passieren, dann können wir uns wohl warm anziehen. Denn sollten die geichen Missionsmethoden zum Einsatz kommen, wie sie damals hier in den südicheren Breiten Gang und Gäbe waren, na dann gute Nacht. Aber ich will nicht unken. Der Ruf des neuen Papstes nach einer bescheideneren Kirche ist ein guter Anfang. Man wird sehen wo das hinführt.

Aber warum heißt der Artikel „Gesteinigt“, wo doch jeder weiß, dass der Jesus am Kreuz gestorben ist.
Das spanische Wort empiedrada kann als besteint, gesteinigt oder steinreich übersetzt werden. Eine Kiosk-Verkäuferin in Aiquile sagte ganz nebenbei, von mir nach der Weg-Qualität befragt, Die Ruta wäre empiedrada. „Gut, besser als pfützenreiche Dreck-Straße“ dachte ich. Ein beistehendes Kind mit so etwas ähnlichem wie einem Fahrrad veranschlagte mit Kennermine etwa 4 Stunden für die 75 km bis Totora – auf seinem Bike natürlich. Das gaubte ich zwar nicht ganz aber das schien ja zu gehen.
Dann traf mein Vorderrad auf die ersten Steine. In Deutschland nennt man das wohl Atstadtpflaster und angeblich haben die Inkas schon so ihre Fernstraßen gebaut. Bei der Herstellung dieses Belages schien man peinlich darauf geachtet zu haben, dass jeder Stein auch ja mit der spitzesten Seite nach oben eingegraben wurde. Für den Radfahrer ist das der fieseste  Untergrund überhaupt. Das Fahrrad rumpelt, buckelt, vibriert, ächzt und verliert Schrauben. Weite Teile der Strecke haben zudem eine Steigung von mehr als 7%, die kommen zu dem Pflasterbelag noch als Bonus hinzu. Insgesamt sind 1200 HM zu bewältigen. Der Durchschnitt fiel auf unter 5 km/h und so waren das insgesamt 12 Stunden voller Flüche nahe am Wahnsinn. Wie kann dieser blöde Typ mir erzählen, dass er das in 4 Stunden schaffen kann. Ich war endgenervt. Allein die spektakuläre Landschaft entschädigte etwas.
Unterwegs kam auch noch die Dunkelheit und so musste ich noch eine Nacht im Zelt rumbringen. Allerdings konnte ich gut schlafen.
In Totora gab es zum Glück wieder Asphalt und au diese Weise schließt sich auch der Spannungsbogen dieses Textes denn wie ein Papst musste ich als allererstes mal den neuen Asphaltbelag küssen. Das hatte nichts mit Radfahren zu tun. Nieder mit dem Atstadtpflaster!!

Ruta Empiedrada - es ist günstiger im Gras neben der Straße zu fahren. eider stehen da stacheige Büsche, die mir den ersten Patten seit 3500km bescherten

Ruta Empiedrada – es ist günstiger im Gras neben der Straße zu fahren. Leider stehen da stachelige Büsche, die mir den ersten Platten seit 3500km bescherten

Spur durchs Bergland

Spur durchs Bergland

Am Morgen als ich das Zelt aumache - dieser Anblick

Am Morgen als ich das Zelt aufmache – dieser Anblick

Totora - Marktplatz. Erkennt Ihr den Straßenbelag?

Totora – Marktplatz. Erkennt Ihr den Straßenbelag?

Zwischen Totora und Cochabamba

Zwischen Totora und Cochabamba auf 3600m ü NN

Unheimlich schick lackiert sind die Stadtbusse on Cochabamba. Gute Sicht für den Fahrer ist zweitrangig

Unheimlich schick lackiert sind die Stadtbusse von Cochabamba. Gute Sicht für den Fahrer ist zweitrangig

Advertisements

[Machagai] Chaco-Querung, nichts los

Veröffentlicht: 10 Februar, 2013 in allgemein
Schlagwörter:, , ,

Nachdem ich schön einen Tag in Corrientes rumgehangen habe, bin ich jetzt auf den Chaco-Etappen. Hier ist nichts erwähnenswert. Links und rechts Pampa, Kühe Schafe, Pferde. Das einzig aufregende heute war die Kurve bei Kilometer 52. danach ging es nochmal 90 km geradeaus. Nur geradeaus. Das ist härter als es sich anhört und laut Karte wird es die nächste Kurve erst in weiteren 350km geben. Ich freue mich schon jetzt. Nicht mal plattgefahrene Viecher gibt es hier.

Aus entsprechenden Mangel an Themen kann ich ja mal eine kleine Abhandlung über die letzten Rückschläge erzählen.
Die Hotels in Corrientes sind ungeheuer preisintensiv bei absolut NULL Service. Bisher habe ich auf dieser Reise noch nirgends halb so viel Kohle gelassen wie hier. Aber dafür stand mit edding an der Klimaanlage „no funciona“, es gab kein Frühstück und von der Decke im Bad tropfte Wasser. Das Klo war auch undicht und die Bedienung der Dusche erforderte einen Maschinisten. Drei Wasserhähne, die einem U-Boot zur Ehre gereichen würden. „C“, „F“ und „Pfeil“. Und ich denke noch – ist ja einfach. „Caliente“, „Frio“ und „Umschalten zwischen Dusche und Hahn“.

Bedienkonzepte

Bedienkonzepte

Falsch. Eine Testreihe, die nur geringe Verbrühungen zur Folge hatte, brachte das Ergebnis :“Pfeil“ ist für Warmwasser, „F“ ist für Umschalt und „C“ ist für kaltes Wasser. Das Waschbecken hatte zwei Hähne. „C“ und „F“. „F“ ging gar nicht und „C“ war für kaltes Wasser. Wie schafft man das eigentlich, nichts, aber auch wirklich gar nichts auf die Reihe zu kriegen? Die Klospülung ließ den Drückknopf vermissen und man musste quasi in den Spülkasten greifen um den Wasserfluss zu iniziieren. 30 Euro pro Nacht. Saftladen. Aber die anderen Hotels waren noch teurer und genauso mies. Egal. Wenigstens gab es keine Kakerlaken über 3 cm Körpergröße.

Weitere Materialthemen:

Nun, das hier sind Desperdadores (Aufwecker) auf den Seitenstreifen der Pisten hier. Eigentlich sind sie für Traktoren oder ähnliche Gewichtsklassen ausgelegt. Ich nenne sie liebevoll Asphaltwürste.

Fahrraffeind Asphaltwurst

Fahrradfeind Asphaltwurst (mein neuer Kuli lässt auf die Größe schließen)

Sagen wir es mal so: wenn man nach 100 km nicht mehr ganz auf der Höhe der Aufmerksamkeit unterwegs ist und dann versehentlich über so ein Teil mit 30 drüber plättet dann ist man in der Tat wach, hat eine Tasche verloren und eine üble Schramme am Bein. Zum Glück bin ich nicht hingefallen. Natürlich, Murphy’s Law will es so, ist die Tasche mit dem Laptop über die Fahrbahn gekugelt. Der Rechner geht zwar noch aber Scharnier 1 zwischen Bildschirm und Tastatur ist endgültig kaputt gegangen (das hatte sich schon angedeutet). Außerdem hatte die Tasche ein Loch, weswegen ich den sechsten Flicken dieser Reise kleben musste. Zum Glück führe ich sicherheitshalber einen Magnetkompass mit, der auch auf der Südhalbkugel geht. Ohne den hätte ich wohl kaum über 9 Stunden den Druck auf dem Flicken mit Hilfe des Betts aufrecht erhalten können:

Tasche flicken

Tasche flicken

Dann leckt die Getriebenabe Öl in großem Stil. Aber der Hersteller gibt sich gelassen. Erst wenn sie sich nicht mehr dreht ist sie kaputt. Dass aber die Bremsscheibe dort auch gleich am Ölleck rotiert und der komplette Hinterbau unfassbar versifft aussieht, ist nicht das Problem dieser Jungs. Irgendwann ist auch kein Öl mehr drinne, dann behebt sich auch dieses Problem von selbst.

Einen Sommerhandschuh muss ich irgendwo verloren haben. Leider gibt es hier keinen Ersatz für meine Handgröße. Die Neopren-Winterhandschuhe gefüllt mit Wasser sind nicht unbedingt eine optimale Lösung, daher fahre ich jetzt ohne. Nach einem fetten Sonnenbrand geht es mittlerweile. Es stört nur, dass der Drehgriff der Gangschaltung mit verschwitzten Händen schlecht zu bedienen ist. Ich gebe dem Gummi noch 3 Wochen, dann werde ich improvisieren müssen.

Die Schaltbox für den Dynamo hat eine Notabschaltung bei Überhitzung. Die springt ab 12:30Uhr regelmäßig ein bei diesem Wetter. Das passiert halt, wenn ein Maschinenbauer sich an der Elektrik versucht. In den Anden sollte sich das Problem aber geben.

Ansonsten läuft der Kram pannenfrei. Die Entdeckung des Jahres bis jetzt ist die Connex Wippermann-Kette. Die tut was sie soll, dehnt sich nicht wie so eine teure Shimano-Kette und läuft seit fast 2000km mit der Schmierung ab Werk. Dort musste und muss ich noch keine Hand anlegen..

Terminé mi primera semana como ciclista en Sudamerica. Durante los 5 etapas en Uruguay pasé las ciudades de Florida, Durazno, Paysandu y Salto. Desgraciadamente toda la gente se fueron al este para disfrutar el mar. Todos las ciudades estan vacias, la mayoria de los museos esta cerrado y no hay nada para hacer. No encontré a ningun turista todavia.
En el museo de Paysandu las empleadas se aburrieron tanto que tuvieron el tiempo para explicar cada pedazo de la exposición. A mi me parece la historia de la barca Maria Madre la mas interessante. Por unos juegecitos judiciales la barca habia detenido en el puerto de Paysandu para 40 años. Ese texto contiene una foto del mascaron de proa original de la Maria Madre.

Was ist zu erzählen? Die erste Woche und auch das erste Land dieser Radfahr-Reise ist abgehakt. Es sind bereits etwa 570km geschafft und was im Höhenprofil so glatt und einfach aussah entpuppte sich direkt mal als einigermaßen unzutreffend. Dieses Land hat Hügel. Und nicht nur immer mal einen, nein. Es geht so gut wie nie glatt gerade aus. Entweder fährt man leicht bergan oder leicht bergab, das ändert sich etwa alle 200m. Eine Straße hier sieht typischerweise so aus:

Für den Betrachter unspektakulär, für den Radfahrer der Hass: Uruguayanische Hügelpiste

Für den Betrachter unspektakulär, für den Radfahrer der Hass: Uruguayanische Hügelpiste

Normalerweise sieht man vom Gipfel eines jeden Hügels die folgenden 3 Wellen bis zum Horizont. Die sind auch nicht mal groß: 20Höhenmeter hoch dann 8 runter wieder 3 hoch, 14 runter, 10 hoch, 30 runter usw. Dieses Spielchen über 120 km – herzlichen Dank. Man kommt auf keinen runden Tritt, die Rollphasen schlauchen mehr als das sie nutzen und nebenbei sind ja auch noch herzerwärmende 35 Grad. Am Tag sammeln sich auf diese Weise so zwischen 500 und 700 Anstiegs-Höhenmeter. Und vom Gegenwind erzähle ich jetzt mal noch gar nichts. Das einzige Mal, dass ich Rückenwind hatte, war an einer Stelle, an der ein überfahrener Skunk lag. Ich wollte ein Foto machen aber ich glaube ich hätte mich übergeben müssen. Dank des günstigen Windes hatte ich noch (ungelogen) einen Kilometer später das Vergnügen des olfaktorischen Totalschadens. Mein Gott hat das Vieh gestunken. Kurz gesagt, die Tour läuft super.

Zu den Städten unterwegs lässt sich nicht viel sagen. Sie sind alle ziemlich ausgestorben, weil die Bürger in den Osten zu Uruguays Atlantikküste aufgebrochen sind. Die meisten Museen haben daher geschlossen und die Restaurants machen erst gegen 21:00 auf (unschön, wenn man gegen 4 mit Hunger im Bauch ankommt). Aber ein paar Fotos habe ich dennoch:

Eines der Nationalgerichte: Chivito. Pommes Fleisch, Kochschinken, Schinken, Ei, Majonaise mit Salat, eine Olive (nicht abgebildet). Mir wurde versichert, dass das die Portion für eine Person wäre. Nicht zu schaffen

Eines der Nationalgerichte: Chivito. Pommes, Fleisch, Kochschinken, Bacon, Ei, Majonaise mit Salat, eine Olive (nicht abgebildet). Mir wurde versichert, dass das die Portion für eine Person wäre. Nicht zu schaffen

Historischer Friedhof von Paysandu. Damals wurde noch geklotzt beim Bau von Grabmälern. Das jüngste Grab ist von 1903

Historischer Friedhof von Paysandu. Damals wurde noch geklotzt beim Bau von Grabmälern. Das jüngste Grab ist von 1903

Hauptkirche von Paysandu. Auf dem Dach die uruguayanische Staatsflagge? Das habe ich noch nie gesehen. Dürfen die das? Was sagt der Papst dazu?

Hauptkirche von Paysandu. Auf dem Dach die uruguayanische Staatsflagge? Das habe ich noch nie gesehen. Dürfen die das? Was sagt der Papst dazu?

Die Museumsangestellten des historischen Museums von Paysandu waren so gelangweilt, dass sie mir jedes Ausstellungsstück erklärten. Das fand ich sehr nett. Am interssantesten war die Geschichte der 3-Mast-Bark Maria Madre, die unter italienischer Flagge zwischen Brasilien und Uruguay unterwegs war. Im Jahre 1903 gab es ein kleines gerichtliches Scharmützel wegen der Ausfuhr von Leder. Das Schiff wurde im Hafen von Paysandu festgesetzt – bis zur Klärung. Die trat dann 1936 ein. Zu diesem Zeitpunkt fand sich aber der Club der Freunde der Stadt ein und war der Ansicht, dass das Schiff jetzt zur Stadt gehöre (Wahrzeichen und so). Das Schiff wurde weiterhin festgestzt – bis das geklärt werden konnte. 1943 war es dann so weit, der Seelenverkäufer wurde an eine brasilianische Reederei verkauft. Er war nur schon dermaßen zerfressen, dass die Neptunwerft von Paysandu sich noch schnell eine goldene Nase verdienen konnte. Ende 1943, nach 40 Jahren an der Kette durfte das Schiff wieder los. Es sank 1953 im Rio Grande do Sul/Brasilien. Hier ist ein Foto der Galionsfigur, die man nachher aus dem Schlick geholt hatte:

Galionsfigur der Maria Madre

Galionsfigur der Maria Madre

Schreiten wir zur Materialkritik:

  1. Fahrrad: hält. Der Rahmen verfärbt sich stellenweise orange. Keine Ahnung warum. Ist es die Sonne oder der Regen, der heute fiel? Ich beobachte das weiter
  2. Rucksack, den ich in Buenos Aires gekauft hatte: Henkel ab, ein Träger ab, 2 von 3 Reisverschlüssen kaputt, Stoff löst sich auf. Habe das Drecksding weg geschmissen
  3. Kugelschreiber (Werbegeschenk von Barthel Armaturen, den ich bei einer Tombola gewonnen hatte): Es machte Zoinggggg und das Teil hatte sich in 4 Teile zerlegt. Anbei ein Foto. Ich habe eine ortsübliche Spinne daneben platziert, damit Ihr in etwa seht, welche Maße der Kuli hatte:

    Kugelschreiber + Vogelspinne

    Kugelschreiber + Vogelspinne