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[Cochabamba] Potz Blitz

Veröffentlicht: 15 März, 2013 in allgemein
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Las 5 etapas desde Sucre hasta Cochabamba estaban muy duros. La cualidad de las rutas y tambien la falta de alojamiento hicieron este tramo del viaje un poco dificil. Ese articuo describe a primera noche, cuando dormí en la cancha de futbol del pueblo Quiroga. Durante la noche habia una tormenta fuerte que inundó mi carpa. No dormí muy bien.

Von Sucre nach Cochabamba sind es etwa 350 km. Sucre liegt auf 2800 müNN, Cochabamba auf 2570. Theoretisch geht es also bergab, würde man denken. Die Straße führt allerdings zunächst mal aus den Anden raus und so bescheinigte mir der Höhenmesser am Ende des ersten Tages eine Endhöhe von 1500 müNN. Die Luft war auch ziemlich dick muss ich sagen, vor allem nachdem klar wurde, dass es in der Ortschaft Quiroga keine Unterkunft gibt. Die einzige ebene und waagerechte Fläche in den Dörfern ist normalerweise der Fussballplatz. Eine Schar Kinder wusste wo der ist und führte mich hin. Einer von denen bedrängte mich, mal mit dem Fahrrad fahren zu dürfen. Was kann schon schief gehen? Nach dem Abladen des Gepäcks riet ich ihm noch, dass die Bremsen ziemlich gut funktionieren würden aber wie die halt so sind „Lass den Idioten doch reden, ich bin Profi…“ Grinsend dreht er also eine Runde nach der anderen auf dem Fußballfeld (Betonplatz) und wird immer schneller. Irgendwann reisst er den linken Bremshebel durch und mault voll auf. Das Konzept der Fahrradbremse sieht in Bolivien eigentlich nur ein Kratzendes Felgengeräusch ohne signifikante Auswirkung auf den Fahrbetrieb vor. Daher war der Junge etwas überrascht, als das Vorderrad blockierte. Das hat ihm auf jeden Fall übel weh getan aber der sagte keinen Mucks. Er rieb sich den Ellenbogen, hob das Fahrrad wieder auf und brachte es zurück. Der wollte auch nicht noch mal probieren.
Im weiteren schloss ich das Gefährt am Pfeiler an und baute mein Zelt auf. Instinktiv wählte ich den richtigen Ort, den Mittekreis der Platzes. Die Kinder (es waren inzwischen etwa 20) versicherten mir, dass da heute keiner mehr spielen wird und beobachteten jeden meiner Handgriffe. Als das Zelt stand, ging das Flutlicht an. Es kamen noch mehr Kleinwüchsige, plötzlich waren auch 2 Bälle da und es entbrannte ein Chaos aus Basketball, Fußball und Versteckspielen auf dem Platz. Ich saß auf den Zuschauerbänken und las mein Buch, im Abstand on 30cm waren noch 4 weitere Gesichter mit „Buchgucken“ beschäftigt und atmeten mich von allen Seiten an.
Nachdem mehrmals der Fußball aufs Zelt donnerte und ich zwei Kinder da raus schmeißen musste, stellte ich es an die Seiteninie um mehr Platz auf dem Feld zu schaffen. Anschließend musste ich noch Basketball mitmachen und gegen 10 mussten dann auch zum Glück die letzten heim. Ich hatte keinen Bock die Behausung wieder in die Mitte zu schieben also Ohrstöpsel rein und pennen, Im Zelt war es taghell (Flutlicht) aber so fertig wie ich war…. Um 2 wachte ich auf. Draußen war Weltuntergang. Ein Gewitter – unheimlich laut und nah. Aber ich bin ja unter dem Dach des Fußballpatzes – dachte ich zunächst. Moment, warum sind denn die Füße nass? In diesem Moment ging das Flutlicht schlagartig aus. Kurz dachte ich „Na endlich“ dann befasste ich mich wieder mit der Nässe an den Füßen. Nach kurzem Assessment mit der Taschenlampe stellte ich fest dass im ganzen Zelt 1cm Wasser stand. Die Bestandsaufnahme der kompletten Situation brachte folgenden Befund:
Ich befand mich

  • unter einem Metalldach
  • das auf Metall-Pfeilern steht
  • in einem Zelt neben einem der Pfeiler
  • in einer Pfütze
  • im Gewitter.

5 Sekunden später war ich aus dem Zelt raus. Der ganze Platz stand unter Wasser – außer der Mittekreis. Dort saßen die Straßenköter des Dorfes. Die mussten dann mal ein bisschen Platz machen und sich um das Zelt herum hinlegen. Nach dem Umzug konnte ich tatsächlich noch mal kurz einschlafen aber bereits um 7 standen zwei schadenfrohe Dorfbewohner neben dem Zelt und weckten mich durch ihr Gekicher. Sie fragten ob ich denn gut geschlafen hätte. Ich bin stolz auf mich, dass ich die Contenance behalten konnte. Um 11 ließ der Regen nach und ich konnte endlich da weg. Allerdings war an zügiges Radfahren aufgrund von Seenbildung auf der Straße nicht zu denken.

Schlafen auf dem Fußballplatz. Im Hintergrund ist der alte Standort des Zeltes zu sehen

Schlafen auf dem Fußballplatz. Im Hintergrund ist der alte Standort des Zeltes zu sehen

Nasse Straßenköter - genervt vom Gringo-Penner

Nasse Straßenköter – genervt vom Gringo-Penner

Straßenzustand nach Gewitter

Straßenzustand nach Gewitter

Blick auf den Dorfplatz on Quiroga. Tagsüber grunzen da überall Schweine rum

Blick auf den Dorfplatz on Quiroga. Tagsüber grunzen da überall Schweine rum

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